Ki und Aikido Hechingen

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Am 26. und 27. Mai 2018 fand der jährliche Lehrgang mit Doshu Yoshigasaki in Plan d’Aups (F) in der Nähe von Marseille statt. Aus Hechingen nahm Bernhard teil, er hatte in Balerna (CH) noch Yvette und Pietro ins Auto eingeladen.

Am Samstagmorgen war dann auch Yves (Aikido Balingen bei der vhs) auf der Matte. Weitere auswärtige Gäste waren David aus London und Jean-Paul aus Beaucourt, der immer sehr nette Berichte auf seinem Blog veröffentlicht .

Sensei erklärte wie gewohnt ausführlich. Sein Hauptthema waren wieder die Punktmathematik und die Formenmathematik, dazu essentielle Formen des Selbstschutzes und als Zweites die Vorbereitung von Jerôme auf die Prüfung zum Shoden und Shodan.

Zunächst wurde besonders die Kenkotaiso systematisch durchgearbeitet.

Beim gemeinsamen Mittagessen im Les Cèdres spendierte Yves den Aperitif und hüllte sich über den Grund der Grosszügigkeit in Schweigen, Überraschung! Das Rätsel löste sich am Beginn des Nachmittagstrainings: Sensei überreichte ihm die Urkunde des 5. Dan. Herzlichen Glückwunsch!

Jerôme legte die Shoden-Prüfung ab und es ging weiter mit den Techniken aus dem Shodan-Prüfungsprogramm.

2018 Plan dAups technik

Zu Beginn des Trainings am Sonntag fand die Shodan-Prüfung statt, die er ebenfalls bestand. Sensei hatte diese zeitlich vorgezogen, um danach die Aspekte zu unterrichten, die zu verbessern waren. So erhielten wir einen sehr lehrreichen Unterricht in den Feinheiten der Techniken des 1. Dan.

Vor dem Mittagessen machte Fabien machte ein Foto, um es an Paul Τριανταφυλλιδες zu schicken, der gerade in Griechenland bei einem Hilfsprojekt im Einsatz war.

 2018 Plan dAups cena

Danach ging es wieder zurück auf die Strasse Richtung Tessin. Zuerst über die A 8 (La Provençale) nach Ventimiglia in Italien. Wir nützten wie schon bei der Anreise die Bezahlstationen um unser im Laufe des Jahres angesammeltes Münzgeld los zu werden. Man wirft es in korbähnliche Auffangbehälter und sieht dann zu, wie die Maschine alle die kleinen Münzen – ab 10 Euro-Cent – kaut, hinunterschluckt, verdaut und den erreichten Betrag anzeigt.

Auf der ligurischen Autobahn gab es, vielleicht wegen der rückreisenden Ferrari-Fans vom Formel 1 Grand Prix in Monte Carlo, wo Sebastian Vettel den zweiten Platz belegt hatte, wieder den obligatorischen stockenden Verkehr vor Savona, der uns etwa eine Stunde Zeit kostete. Die Stadt hat aber nichts mit dem italienischen Minister gleichen Namens zu tun, der an diesem Wochenende wegen seiner eurokritischen Haltung ganz gross in der Presse war, und zunächst vom italienischen Präsidenten Matarella als Finanzminister abgelehnt worden war.

Es war schon dunkel, als wir die Schweizer Grenze bei Stabio überquerten und Pietro dort abluden, der bei Govert sein Auto abgestellt hatte.

Insgesamt ist dieses Seminar jedes Jahr ein recht familiäres Ereignis in einer schönen Landschaft und mit vielen netten langjährigen Freunden. Nächstes Jahr werden wir wieder kommen.

2018 Plan dAups gruppe

 

Luftbild von Plan-d'Aups (Quelle: g o o gl e). Man erkennt die markante Felsenformation im Süden, Dojo in der Mitte, am rechten Bildrand ist das Kloster.

2018 Plan dAups Luftbild

 

 

Lehrgang mit Maurizio Volpe in Trebur (Südhessen)

Am alljährlichen Lehrgang von Maurizio in Trebur waren ausser der Kerngruppe des Dojo auch Gäste von ausserhalb auf der Matte. Wie so oft war Susan aus Bremen da, sowie Bernhard aus Hechingen und Yvette aus Balerna.
Mit Maurizio war auch Giuliano aus Pavia per Flugzeug angereist, er durfte den Uke für Maurizio spielen. Das war nicht immer leicht, da beide selten zusammen trainieren. Aus Antwerpen war Sven gekommen, der das Dojo 2009 gegründet hat.

2018 05 Trebur 01

Hans-Jürgen und Bernd sind nun Leiter des Dojo, sie bereiten sich auf den zweiten Dan vor. Also zeigte Maurizio hauptsächlich Techniken des zweiten Dan, wie Bokken 2 mit Partner oder Jo2 mit Bokken. Seine Erklärungen waren sehr hilfreich zum Verständnis der Bewegungen.

Zwei neuere Mitglieder des Dojo legten die Prüfung zum 5. Kyu ab. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie die Interpretationen in den verschiedenen Dojos von den dort Lehrenden geprägt sind. So lernen alle Teilnehmer dazu, wenn sie sich der unterschiedlichen Realisierungen der Techniken oder der Bewegungen bewusst werden.

Dieter, als alter Hase in Trebur, legte die Prüfung SHODEN, die letzte Ki-Prüfung vor dem 1. Dan mit Bravour ab.

Das einzige Manko am Lehrgang war, dass wegen des erhöhten Aufwandes nicht die ganze Fläche der Sporthalle in der Lindenschule mit Aikidomatten ausgelegt war. Das wird sich hoffentlich beim nächsten Mal ändern.
Es ist aber immer wieder sehr lehrreich und Horizont erweiternd, wenn wir Lehrgänge bei Maurizio Volpe besuchen.

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Dann also bis zum nächsten Mal, im Jahre 2019! Vielen Dank an die Organisatoren in Trebur.

 

Ronchamp 2018

Vom 16. bis 18. März fand dieses Jahr der Lehrgang mit Doshu Yoshigasaki in Ronchamp statt. Wie üblich begann der Lehrgang am Freitagabend und endete am Sonntagmittag um die Mittagszeit.

Es waren wie immer die Clubmitglieder aus Ronchamp, Beaucourt und Belfort, sowie Gäste aus Belgien, der Schweiz und aus Deutschland auf der Matte. Aus dem Tessin kamen Yvette und Bernhard, aus Baden-Württemberg Yves und Michael, die aber gleich am Samstag nach dem Morgentraining wieder zurückkehren mussten. Aus der Nähe von Nancy kam wie letztes Jahr Eric, der nicht sehen kann. Dadurch ging Sensei immer wieder auf Einzelheiten ein, die für blinde Aikidoka wichtig sind undauf die sehende Aikidoka selten achten.
Insgesamt stellte das Seminar an die rein physische Kondition keine allzu hohen Ansprüche. Das lag einmal daran, dass sich eine große Zahl alter Recken auf der Matte tummelte und auch weil Sensei ein neues Konzept zum Verständnis der Aikidotechniken präsentierte und üben liess.

2018 ronchamp01

Sensei unterscheidet zwischen Technik und Technologie (jedenfalls in Französisch, Englisch und Italienisch). Techniken sind Handlungen des Menschen, Technologie sind Abläufe mit Material d.h. mit Maschinen.
Weiter unterscheidet er zwischen Akt und Aktion (act – action, atto – azione). Ein Akt ist ein Teil einer Handlung, d.h. einer Aikidotechnik. Nach jedem Akt lässt sich entscheiden, wie es weitergehen soll. Eine Aikidotechnik ist ein Ablauf von mehreren Akten. Obwohl die Akte für sich weniger genau definiert sind ergibt sich durch deren Verbindung eine präzise Technik.
So liess Sensei verschiedene einfache Angriffsituationen und dazu passende Akte üben wie katatedori, ryotemochi, yokomenuchi, die dann zu Techniken wie ikkyo irimi und tenshin, shihonage oder koteoroshi wurden.

Das Konzept ergänzt offensichtlich die 4 Regeln für Aikido im wirklichen Leben, die wir schon kennen.
Am Samstag legte Christoph seine JODEN- und André seine OKUDEN-Prüfung ab. Daher ging Sensei auch wieder sehr genau auf die Kenkotaiso ein. Die Übung zum Beugen bzw. Strecken der Knie ergänzte er durch Sprungübungen seitwärts. Am Sonntag liess er Yvette Aikitaiso vorführen und verfeinerte die Erklärungen mit weiteren Sprungübungen vor- und zurück für die ikkyo zengo undo.
Da in Ronchamp bisher wenig Misogi praktiziert wurde, nahm er sich auch dieses Thema vor. Die Lautfolge TO-HO-KA-MI E-MI-TA-ME hat keine Bedeutung bzw. wenn jemand Bedeutung dorthinein interpretiert, ist sie für uns nicht wichtig. Es ist ein KOTODAMA (言霊), d.h. eine Wort-/Lautfolge deren Klang wichtig ist. Vgl. dazu auch den Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Kotodama . Sensei bestritt ausdrücklich eine magische Wortbedeutung des Kotodama, wie es z.B. in der Kabbala vorkommt.
Diese Art Misogi wurde zuerst in einer religiösen Gruppierung in Japan praktiziert und war wohl mit dem Chanten vergleichbar, dem Absingen von Mutras. Es wurde dann vor etwa 150 Jahren von einem Samurai entdeckt und für die Ausbildung junger Samurai angepasst.

In diesem Zusammenhang ging Sensei auch auf die tatsächliche Bedeutung von Shin Shin Toitsu (心身統一) ein. Bisher wurde es immer als „Einheit bzw. Vereinigung von Geist und Körper“ übersetzt. Der Autor vermutet, dass dies in der ersten englisch-amerikanischen Übersetzung begründet liegt, dort wird das erste shin (心) mit „mind“ übersetzt. Im Japanischen bedeutet es allerdings „Herz“. Laut japanischer Tradition spielt der Verstand laut Sensei zunächst keine große Rolle, wichtig sei die Beziehung zwischen Herz (Emotionen, Gefühle) und Körper (身).
Überhaupt entstehen viele Erklärungen in Senseis Unterricht aus den Unterschieden zwischen der japanischen und den europäischen Sprachen, und bei letzteren aus den Differenzen zwischen den romanischen Sprachen Französisch und Italienisch und den germanischen Deutsch und Englisch. So lässt sich leicht beobachten, welch unterschiedliche Konzepte in den verschieden Sprachen existieren und wie sie sich in der Aikidopraxis widerspiegeln.

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Der Lehrgang in Ronchamp war von dem „alten Hasen“ Pierre Cornu wieder gut organisiert, seien es die Mahlzeiten im Le Rhien oder das obligatorische Karpfenessen am Samstagmittag chez Bruno.
Vielen Dank an die Aikidoka aus Ronchamp, der nächste Lehrgang mit Sensei findet im März 2019 an gleicher Stelle statt.
Vgl. auch den interessanten Bericht von Jean-Paul https://kinokenkyukai.wordpress.com/ auf Französisch.

2018 03 Ronchamp

Aikido-Lektion mit Doshu Yoshigasaki in Galliate, Novara (I)

Für den Freitagabend am 20.04.2018, vor dem Wochenend-Lehrgang in Vercelli, machte der Doshu wieder bei Moreno in Galliate Station. Das wollten sich vier Aikidoka aus Balerna nicht entgehen lassen. So trafen sich Yvette, Bernhard und Pietro bei Govert in Stabio um mit dessen neuer Mittelklasse-Limousine nach Galliate zu fahren. Das Auto wurde mit den Aikidotaschen und Jo und Bokken beladen, dann stiegen die Passagiere ein und los ging es. Es waren noch keine 300 m gefahren, da gab es hinten links einen lauten Knall. Zuerst dachten wir ein Reifen sei geplatzt, später stellte sich heraus, dass es die hydraulische Federung war. Govert wendete noch vor der Zollstation nach Italien und fuhr zum Haus zurück. Wir mussten das Gepäck umladen und fuhren dann mit dem Zweitwagen los. In zügiger Fahrt ging es zunächst über die Landstrasse und dann über die Autobahn zum Ziel, das nach weniger als einer Stunde erreicht wurde.

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Im Dojo waren fast schon alle Teilnehmer versammelt, die Matte war gut bevölkert, meistens Mitglieder des Dojo und natürlich die bekannten Gesichter aus Novara und Umgebung. Zuerst händigte der Doshu einige DAN-Urkunden aus, darunter auch den 5. Dan für Moreno. Dann erklärte er nach Kenkotaiso und Aikitaiso  fundamentale Bewegungen im Sinne eines Selbstschutzes, die erforderlichenfalls in Aikidotechniken münden können. Es ist sehr interessant, wie er das Thema Selbstverteidung bzw. Selbstschutz auf einem hohen Niveau aufarbeitet. Daher ist es anfangs nicht immer leicht, die vorgegebenen Bewegungen umzusetzen.

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Am Ende der Lektion gab es mehrere Ki-Prüfungen von Danträgern. Hier korrigierte der Doshu wieder einmal einige Bewegungsmuster und wies auch darauf hin, dass je nach körperlicher Konstitution, jeder etwas andere Ausführungen zeigt.
Zum gemeinsamen Abendessen konnte die Gruppe aus Balerna leider nicht bleiben. Es war aber auf jeden wieder schön, alte Bekannte auf der Matte zu treffen und die Ideen von Doshu Yoshigasaki kennenzulernen und zu üben.

Workshop mit Bernhard Boll und Michal Hájek aus Prag

Für das Wochenende des 17./18. Februar 2018 hatte das Hechinger Aikidodojo zu einem Workshop eingeladen. Inhalt des Workshops war das Prüfungsprogramm zum zweiten Dan.

Da das Dojo in Hechingen-Stetten nicht besonders groß ist, hatte Stefan als Trainingsort das Kampfkunstzentrum in der Martinstraße in Hechingen organisiert. Schon am Freitagabend bereiteten die Aikidoka aus Hechingen den Ort vor, räumten auf und putzten alles durch. Am Samstagmorgen standen dann auch Getränke, eine Kiste Äpfel und etwas Süssigkeit zur Stärkung bereit.

Kurzfristig sagten mehrere Teilnehmer aus der näheren und weiteren Umgebung ab; die einen waren erkrankt, die anderen hatten wegen der plötzlichen kräftigen Schneefälle Schwierigkeiten nach Hechingen zu kommen.

Am Freitagabend schon waren Yvette und Govert aus Balerna (Südschweiz) und Michal aus Prag in Tübingen angekommen. Am Samstagmorgen hatte es auch Hans-Jürgen aus Trebur noch glücklich nach Hechingen geschafft. Aus Haigerloch waren Lisbeth und Ludwig da. Mit den Mitgliedern des Hechinger Dojos war es eine Gruppe von hohem Niveau, der niedrigste Grad war ein 1. Kyu, also eine Gruppe die für das geplante Programm sehr homogen zusammengesetzt war.

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Am Samstag begann das Training mit Bokken-Misogi, geleitet von Bernhard. Danach unterrichtete Michal die Form der Jo2-Kata, die für den zweiten Dan verlangt wird. Die Teilnehmer durften sich gut anstrengen und waren stark in der Konzentration gefordert. Zur Mittagspause ging es schließlich über die verschneiten und recht glatten Straßen zum Hofgut Domaine, wo es ein ausgezeichnetes Mahl gab.

Am Nachmittag erklärte Michal die zwei noch fehlenden Techniken aus dem Morgenprogramm und Bernhard setzte das Training mit Bokkendori fort. Es wurde ohne Pause trainiert. Am Ende konnten die Teilnehmer die Sequenzen der Kata (Tsuzukiwaza) jeweils vorführen und ihre Interpretationen präsentieren.
Michal und Govert fuhren nach Tübingen zurück, wo Yvette ein sehr leckeres Abendessen vorbereitet hatte, Hans-Jürgen übernachtete in Hechingen.

Am Sonntagmorgen hatte sich die Wetter- und Straßenlage deutlich gebessert, so musst auch Yves vom Dojo Balingen die lange Einfahrt zu seinem Haus nicht weiter frei schaufeln und konnte nach Hechingen kommen. Nach dem einführenden Misogi unterrichtete Michal die Feinheiten von Tantodori 2, Techniken gegen Messerangriffe. Er erklärte, wie von ihm gewohnt, sehr präzise und auf hohem Niveau. Am Ende konnten alle die Tsuzukiwaza Tantodori 2 noch einmal vorführen.

Das Wochende war sehr lehrreich und bot die Gelegenheit, dass sich die Teilnehmer aus den unterschiedlichen Dojos gegenseitig austauschten. Wir werden sicher bald wieder einen solchen Workshop organisieren.