Ki und Aikido Hechingen

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Ronchamp 2018

Vom 16. bis 18. März fand dieses Jahr der Lehrgang mit Doshu Yoshigasaki in Ronchamp statt. Wie üblich begann der Lehrgang am Freitagabend und endete am Sonntagmittag um die Mittagszeit.

Es waren wie immer die Clubmitglieder aus Ronchamp, Beaucourt und Belfort, sowie Gäste aus Belgien, der Schweiz und aus Deutschland auf der Matte. Aus dem Tessin kamen Yvette und Bernhard, aus Baden-Württemberg Yves und Michael, die aber gleich am Samstag nach dem Morgentraining wieder zurückkehren mussten. Aus der Nähe von Nancy kam wie letztes Jahr Eric, der nicht sehen kann. Dadurch ging Sensei immer wieder auf Einzelheiten ein, die für blinde Aikidoka wichtig sind undauf die sehende Aikidoka selten achten.
Insgesamt stellte das Seminar an die rein physische Kondition keine allzu hohen Ansprüche. Das lag einmal daran, dass sich eine große Zahl alter Recken auf der Matte tummelte und auch weil Sensei ein neues Konzept zum Verständnis der Aikidotechniken präsentierte und üben liess.

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Sensei unterscheidet zwischen Technik und Technologie (jedenfalls in Französisch, Englisch und Italienisch). Techniken sind Handlungen des Menschen, Technologie sind Abläufe mit Material d.h. mit Maschinen.
Weiter unterscheidet er zwischen Akt und Aktion (act – action, atto – azione). Ein Akt ist ein Teil einer Handlung, d.h. einer Aikidotechnik. Nach jedem Akt lässt sich entscheiden, wie es weitergehen soll. Eine Aikidotechnik ist ein Ablauf von mehreren Akten. Obwohl die Akte für sich weniger genau definiert sind ergibt sich durch deren Verbindung eine präzise Technik.
So liess Sensei verschiedene einfache Angriffsituationen und dazu passende Akte üben wie katatedori, ryotemochi, yokomenuchi, die dann zu Techniken wie ikkyo irimi und tenshin, shihonage oder koteoroshi wurden.

Das Konzept ergänzt offensichtlich die 4 Regeln für Aikido im wirklichen Leben, die wir schon kennen.
Am Samstag legte Christoph seine JODEN- und André seine OKUDEN-Prüfung ab. Daher ging Sensei auch wieder sehr genau auf die Kenkotaiso ein. Die Übung zum Beugen bzw. Strecken der Knie ergänzte er durch Sprungübungen seitwärts. Am Sonntag liess er Yvette Aikitaiso vorführen und verfeinerte die Erklärungen mit weiteren Sprungübungen vor- und zurück für die ikkyo zengo undo.
Da in Ronchamp bisher wenig Misogi praktiziert wurde, nahm er sich auch dieses Thema vor. Die Lautfolge TO-HO-KA-MI E-MI-TA-ME hat keine Bedeutung bzw. wenn jemand Bedeutung dorthinein interpretiert, ist sie für uns nicht wichtig. Es ist ein KOTODAMA (言霊), d.h. eine Wort-/Lautfolge deren Klang wichtig ist. Vgl. dazu auch den Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Kotodama . Sensei bestritt ausdrücklich eine magische Wortbedeutung des Kotodama, wie es z.B. in der Kabbala vorkommt.
Diese Art Misogi wurde zuerst in einer religiösen Gruppierung in Japan praktiziert und war wohl mit dem Chanten vergleichbar, dem Absingen von Mutras. Es wurde dann vor etwa 150 Jahren von einem Samurai entdeckt und für die Ausbildung junger Samurai angepasst.

In diesem Zusammenhang ging Sensei auch auf die tatsächliche Bedeutung von Shin Shin Toitsu (心身統一) ein. Bisher wurde es immer als „Einheit bzw. Vereinigung von Geist und Körper“ übersetzt. Der Autor vermutet, dass dies in der ersten englisch-amerikanischen Übersetzung begründet liegt, dort wird das erste shin (心) mit „mind“ übersetzt. Im Japanischen bedeutet es allerdings „Herz“. Laut japanischer Tradition spielt der Verstand laut Sensei zunächst keine große Rolle, wichtig sei die Beziehung zwischen Herz (Emotionen, Gefühle) und Körper (身).
Überhaupt entstehen viele Erklärungen in Senseis Unterricht aus den Unterschieden zwischen der japanischen und den europäischen Sprachen, und bei letzteren aus den Differenzen zwischen den romanischen Sprachen Französisch und Italienisch und den germanischen Deutsch und Englisch. So lässt sich leicht beobachten, welch unterschiedliche Konzepte in den verschieden Sprachen existieren und wie sie sich in der Aikidopraxis widerspiegeln.

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Der Lehrgang in Ronchamp war von dem „alten Hasen“ Pierre Cornu wieder gut organisiert, seien es die Mahlzeiten im Le Rhien oder das obligatorische Karpfenessen am Samstagmittag chez Bruno.
Vielen Dank an die Aikidoka aus Ronchamp, der nächste Lehrgang mit Sensei findet im März 2019 an gleicher Stelle statt.
Vgl. auch den interessanten Bericht von Jean-Paul https://kinokenkyukai.wordpress.com/ auf Französisch.

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Workshop mit Bernhard Boll und Michal Hájek aus Prag

Für das Wochenende des 17./18. Februar 2018 hatte das Hechinger Aikidodojo zu einem Workshop eingeladen. Inhalt des Workshops war das Prüfungsprogramm zum zweiten Dan.

Da das Dojo in Hechingen-Stetten nicht besonders groß ist, hatte Stefan als Trainingsort das Kampfkunstzentrum in der Martinstraße in Hechingen organisiert. Schon am Freitagabend bereiteten die Aikidoka aus Hechingen den Ort vor, räumten auf und putzten alles durch. Am Samstagmorgen standen dann auch Getränke, eine Kiste Äpfel und etwas Süssigkeit zur Stärkung bereit.

Kurzfristig sagten mehrere Teilnehmer aus der näheren und weiteren Umgebung ab; die einen waren erkrankt, die anderen hatten wegen der plötzlichen kräftigen Schneefälle Schwierigkeiten nach Hechingen zu kommen.

Am Freitagabend schon waren Yvette und Govert aus Balerna (Südschweiz) und Michal aus Prag in Tübingen angekommen. Am Samstagmorgen hatte es auch Hans-Jürgen aus Trebur noch glücklich nach Hechingen geschafft. Aus Haigerloch waren Lisbeth und Ludwig da. Mit den Mitgliedern des Hechinger Dojos war es eine Gruppe von hohem Niveau, der niedrigste Grad war ein 1. Kyu, also eine Gruppe die für das geplante Programm sehr homogen zusammengesetzt war.

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Am Samstag begann das Training mit Bokken-Misogi, geleitet von Bernhard. Danach unterrichtete Michal die Form der Jo2-Kata, die für den zweiten Dan verlangt wird. Die Teilnehmer durften sich gut anstrengen und waren stark in der Konzentration gefordert. Zur Mittagspause ging es schließlich über die verschneiten und recht glatten Straßen zum Hofgut Domaine, wo es ein ausgezeichnetes Mahl gab.

Am Nachmittag erklärte Michal die zwei noch fehlenden Techniken aus dem Morgenprogramm und Bernhard setzte das Training mit Bokkendori fort. Es wurde ohne Pause trainiert. Am Ende konnten die Teilnehmer die Sequenzen der Kata (Tsuzukiwaza) jeweils vorführen und ihre Interpretationen präsentieren.
Michal und Govert fuhren nach Tübingen zurück, wo Yvette ein sehr leckeres Abendessen vorbereitet hatte, Hans-Jürgen übernachtete in Hechingen.

Am Sonntagmorgen hatte sich die Wetter- und Straßenlage deutlich gebessert, so musst auch Yves vom Dojo Balingen die lange Einfahrt zu seinem Haus nicht weiter frei schaufeln und konnte nach Hechingen kommen. Nach dem einführenden Misogi unterrichtete Michal die Feinheiten von Tantodori 2, Techniken gegen Messerangriffe. Er erklärte, wie von ihm gewohnt, sehr präzise und auf hohem Niveau. Am Ende konnten alle die Tsuzukiwaza Tantodori 2 noch einmal vorführen.

Das Wochende war sehr lehrreich und bot die Gelegenheit, dass sich die Teilnehmer aus den unterschiedlichen Dojos gegenseitig austauschten. Wir werden sicher bald wieder einen solchen Workshop organisieren.

 

 

 

 

Vom 28.10. bis 30.10.2017 hatte Michal Hájek aus Prag wieder zum Lehrgang mit Bernhard Boll eingeladen. Am Freitagabend musste er das Training selbst übernehmen, da es auf der Autobahn A6 von Heilbronn nach Nürnberg nur sehr langsam vorwärts gegangen war und der Lehrer abends nicht rechtzeitig am Dojo ankommen konnte.

Die Teilnehmer aus Tschechien, Deutschland, Österreich, Slowenien und der Schweiz erlebten wieder einen intensiven Lehrgang und konnten ihre Erfahrungen auf der Matte gut austauschen.

Der Trainingsinhalt bestand aus Tsuzukiwaza für den 1. Kyu sowie für 2. und 4. Dan mit besonderer Berücksichtigung von Jo und Bokken.

Den Teilnehmern, die sich auf Danprüfungen vorbereiteten bot sich reichlich Gelegenheit, ihre Tsuzukiwaza zu präsentieren und zu vervollkommnen.

Nach einem intensiven Wochenende ging es montags wieder zurück nach Tübingen, mit Zwischenstationen in Karlovy Vary (Karlsbad), Bayreuth und Bamberg, die immer eine Reise wert sind.

Wir freuen uns auf den nächsten Lehrgang bei Michal in Prag.

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Lehrgang mit Yoshigasaki Sensei in Haigerloch

Am Wochenende vom 17. bis 19. November 2017 fand in der Witthauhalle in Haigerloch der jährliche Lehrgang mit Doshu Yoshigasaki statt.

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Die Organisation war etwas gestrafft worden. Es wurden nur die Haigerlocher Aikidomatten ausgelegt, das ersparte eine Menge Arbeit. Allerdings war die resultierende Mattenfläche völlig ausreichend.

Am weitesten angereist war Mattias aus Stockholm, der zum ersten Mal in Haigerloch war, während die Gäste aus Novara (Italien) schon gut bekannt waren. Eine grosse Gruppe kam aus Balingen-Frommern, weitere aus dem Schwarzwald, Stuttgart, Balingen und Hechingen.

Yoshigasaki Sensei präsentierte Teile aus seinem Programm für 2017 und dann auch spezielle Wiederholungen für die Prüfung zum 1. Dan.

Das Mittagessen am Samstag war von den Haigerlochern Aikidoka zubereitet worden und wurde in der Halle eingenommen. Allen schmeckte es sehr gut.

Am Nachmittag stellten sich dann Waldemar Ebisch aus Hechingen zur Ki-Prüfung Chuden (nach dem 1. Dan) und Thomas Häusel aus Haigerloch zur Prüfung zum 1. Dan. In der Ki-Prüfung nützte Yoshigasaki die Gelegenheit, die einzelnen Tests noch genauer zu erklären und dem Prüfling Hinweise zur Weiterentwicklung zu geben. Bei der Dan-Prüfung stellten sich auch Haigerlocher Kyu-Grade als Uke zur Verfügung und der Prüfling führte sein Programm sicher aus. Auch hier gab Yoshigasaki Hinweise für die künftigen Prüfungen.

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Am Sonntagvormittag ging es mit dem Training für Lehrer weiter, in der Bokken-Misogi das Hauptthema war. Danach folgte die Lektion für Alle, in der Yoshigasaki Sensei weitere Techniken aus seinem neuen Repertoire üben liess.

Das Wochenende war insgesamt wieder sehr lehrreich und die Teilnehmer konnten zufrieden nach Hause gehen. Nächstes Jahr wird das Seminar in Balingen-Frommern stattfinden.

 

 

 

Am Wochenende vom 13.10. bis 15.10.2017 kam Yoshigasaki Sensei zum Herbstlehrgang nach Balerna. Die äusseren Bedingungen waren ideal, herrliches Wetter, ein helles und sehr grosses Dojo und natürlich eine sehr gute Organisation.

Der Aikidoclub Balerna „sponserte“ das Seminar, indem es die Teilnahmegebühren sehr niedrig angesetzt hatte und spendierte das Abendessen nach dem Freitagstraining im Dojo ein. Es gab sehr gute vietnamesische (von Müttern aus der Kindergruppe) und Tessiner Kost, natürlich mit den Getränken der Region.

Die von weiter her angereisten Teilnehmer übernachteten im Ul Furmighin in Sagno, ein wunderschöner Platz in den Bergen hinter Balerna.

Yoshigasaki Sensei liess die Teilnehmer des Seminars an verschiedenen Tsuzukiwaza mit Jo und Bokken arbeiten, so dass sowohl die Kyu als auch die Dan Grade dazu lernen konnten.

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Typischerweise für den Lehrgang in Balerna nahmen die gemeinsamen Essen einen wichtigen Raum ein, um sich gegenseitig auszutauschen, die Spezialitäten der Region zu geniessen und sich aufs nächste Training vorzubereiten.

Eine grosse Unterstützung waren die italienischen Freunde, die sich komplett umd die An- und Abreise von Sensei kümmerten, der in Malpensa gelandet war und auch am Montag von dort wieder zurück nach Brüssel flog.

Insgesamt war es ein sehr entspanntes, angenehmes Seminar, vom Wetter und der Tessiner Küche verwöhnt.

Wir freuen uns auf das nächste Mal.